Pflegeheim Kostenexplosion 2024: Entlastung versagt, Lohnsteigerung und Kostentreiber schuld?

Die Kosten für Pflegeheimplätze in Deutschland sind 2024 erneut gestiegen, trotz erhöhter Entlastungen konnten diese die Kosten nicht vollständig kompensieren. Durchschnittlich mussten 2576 Euro pro Monat aus eigener Tasche für das erste Jahr im Pflegeheim gezahlt werden - eine Steigerung von 165 Euro zum Vorjahr. Die Erhöhungen des Pflegegeldes und andere Zuschüsse waren nur teilweise ausreichend. Hohe Löhne und steigende Betriebskosten, einschließlich Energiekosten, sind Hauptgründe für die Kostenexplosion. Kritiker argumentieren, dass die finanzielle Unterstützung für Pflegebedürftige nicht ausreichend ist, um die steigenden Kosten zu decken.

Pflegeheim Kostenexplosion 2024: Entlastung versagt, Lohnsteigerung und Kostentreiber schuld?

In den letzten Jahren hat der durchschnittliche Preis für einen Pflegeheimplatz in Deutschland erneut einen Anstieg verzeichnet. Höhere Entlastungen sind in Kraft getreten, doch für viele Pflegebedürftige konnten diese die gestiegenen Kosten nicht vollständig ausgleichen. Der vorliegende Blogpost beleuchtet die Gründe hinter der Kostensteigerung in Pflegeheimen und thematisiert die Kritik an der aktuellen Anhebung des Pflegegelds.

1. Pflegeheim Kostensteigerung 2024

Zum Januar 2024 mussten bundesweit durchschnittlich 2576 Euro pro Monat aus eigener Tasche für das erste Jahr im Pflegeheim entrichtet werden. Dies entspricht einer Steigerung von 165 Euro im Vergleich zum Anfang des vorigen Jahres (2023), wie eine Auswertung des Verbands der Ersatzkassen ergab.

„Die Heimplätze sind für die Pflegebedürftigen erneut teurer geworden“, gab die Chefin des Ersatzkassenverbands, Ulrike Elsner, bekannt. Zwar wurden das Pflegegeld und weitere Zuschüsse erhöht, aber diese Maßnahmen konnten den Kostenanstieg nur teilweise kompensieren.

2. Höhere Entlastungen für Pflegebedürftige

Seit dem Jahreswechsel 2024 kamen verschiedene Entlastungsmaßnahmen für Pflegebedürftige zur Anwendung. Das zuletzt 2017 erhöhte Pflegegeld wurde zum 1. Januar um fünf Prozent angehoben. Diese Maßnahme wurde durch ein Gesetz der Ampel-Koalition veranlasst und sollte vordergründig Pflegebedürftige unterstützen, die nicht in Einrichtungen leben. Hinzu kamen Entlastungszuschläge für Bewohnerinnen und Bewohner in Heimen, die ab dem 1. Januar erhöht wurden.

3. Steigende Löhne in der Pflege

Die rasante Kostensteigerung in Pflegeheimen lässt sich hauptsächlich auf die steigenden Löhne in der Pflegebranche zurückführen. Diese Maßnahme zielt darauf ab, benötigtes Personal zu halten und zusätzliches neues Personal zu werben. Seit 2022 gibt es eine tarifliche Entlohnung in der Langzeitpflege, das zur Folge hat, dass nur Einrichtungen eine Zulassung erhalten, die sich entweder an Tarifverträge oder kirchliche Arbeitsvertragsrichtlinien halten oder sich an sie orientieren.

4. Kostentreiber in der Pflege

Neben den gestiegenen Löhnen gibt es weitere Kostentreiber in der Pflegebranche. Dazu gehören steigende Energiepreise und gestiegene Kosten für die Versorgung. Hinzu kommen ebenfalls vielerorts sanierungsbedürftige Gebäude. Alle diese Faktoren zeigen, dass die Finanzierung der Pflege eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung darstellt, die einen Dialog darüber erfordert, wie wir als Gesellschaft mit Pflegebedürftigen umgehen sollten.

5. Anhebung des Pflegegelds Kritik

Obwohl die Anhebung des Pflegegelds und weitere Entlastungsmaßnahmen in Kraft traten, gab es seitens der Deutschen Stiftung Patientenschutz Kritik an der Höhe der Anhebung. Vorstand Eugen Brysch bezeichnete die Erhöhung des Pflegegelds als „so gut wie wirkungslos“. Die stetig steigenden Löhne und Energiekosten in der Pflegebranche wurden laut Brysch von der Bundesregierung nicht ausreichend ausgeglichen.

Insgesamt zeigen diese Entwicklungen, dass das Thema Pflege weiterhin im Fokus der Gesellschaft und Politik stehen muss, um zukunftsfähige Lösungen zu finden und Pflegebedürftigen eine hohe Lebensqualität zu ermöglichen.

Für weitere Informationen verweisen wir auf die vollständige Quelle: hier.

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