Media4Care Allgemeines Wie kann man einer Demenz vorbeugen?

Wie kann man einer Demenz vorbeugen?

Wie kann man einer Demenz vorbeugen, was sind inzwischen bekannte Risikofaktoren und gibt es Dinge, die wir tun können, um uns gegen die Krankheit zu schützen?

Die Krankheit Demenz macht vielen von uns Angst. Es gibt gegen sie noch keine wirkungsvolle Therapie, und ihre Symptome lassen die Betroffenen Stück für Stück sich selbst und ihr Leben verlieren. Es wird in dem Bereich sehr viel geforscht, und auch wenn es noch kein Medikament gibt, das die Krankheit verhindert, wächst das Wissen um Präventionsmaßnahmen. Wie kann man einer Demenz vorbeugen, was sind inzwischen bekannte Risikofaktoren und gibt es Dinge, die wir tun können, um uns gegen die Krankheit zu schützen?

Was ist Demenz?

Die Krankheit ist keine seltene: in Deutschland sind rund anderthalb Millionen Menschen betroffen und sie gehört zu den häufigsten Alterskrankheiten. Ab einem Alter von 90 Jahren liegt das Risiko für eine Erkrankung bei um die 30%. Übersetzt aus dem Lateinischen (Dementia) bedeutet Demenz “Ohne Geist”. Der Name ist ein Oberbegriff für verschiedene Krankheiten, die einen Verlust der geistigen Fähigkeiten bedeuten. Die Symptome können vielfältig sein, deswegen spricht man auch oft von einem dementiellen Syndrom. In der Definition zu Demenz heißt es: „Demenz (ICD-10-Code: F00-F03) ist ein Syndrom als Folge einer meist chronischen oder fortschreitenden Krankheit des Gehirns mit Störung vieler höherer kortikaler Funktionen, einschließlich Gedächtnis, Denken, Orientierung, Auffassung, Rechnen, Lernfähigkeit, Sprache, Sprechen und Urteilsvermögen im Sinne der Fähigkeit zur Entscheidung. Das Bewusstsein ist nicht getrübt. Für die Diagnose einer Demenz müssen die Symptome nach ICD über mindestens 6 Monate bestanden haben…”

Demenz Vorbeugung (Alzheimer/Parkinson)

Kognitive Fähigkeiten gehen im Verlauf der Krankheit immer mehr verloren, was wiederum zu immer mehr Problemen im Alltag führt. Das Sprachzentrum ist betroffen, Demenzpatientinnen und- patienten können sich nicht mehr ausdrücken. Sie verlieren zudem die Orientierung. Es können zudem gravierende Persönlichkeitsveränderungen auftreten. Die Menschen agieren ungefiltert und losgelöst von gesellschaftlichen und sozialen Normen, was den Umgang mit Ihnen besonders für nahe Angehörige schwierig machen kann. Ab einem bestimmten Stadium sind die Betroffenen auf Hilfe angewiesen.

Demeziell veränderte Menschen haben nicht nur unter Vergesslichkeit zu leiden, wie man sie selber aus dem Alltag kennt. Sie vergessen nicht nur, ws sie den Haustürschlüssel hingelegt haben, sie haben vergessen, wie man einen Schlüssel überhaupt benutzt.

Neue Erkenntnisse: Risikofaktoren für Demenz

In einer wissenschaftlichen Publikation, nachzulesen auf der Internetseite “The Lancet”, haben Forschende Ergebnisse von Studien vorgestellt, die präzisieren, welche Faktoren oder Vorerkrankungen eine Demenzerkrankung begünstigen können. Die internationale Arbeitsgruppe hat 12 Risikofaktoren zusammengetragen, die zusammen um die 40 Prozent der Demenzfälle weltweit hervorrufen.

Explizit erwähnt werden nun Kopfverletzungen. Kleine, aber häufig Verletzungen, wie sie etwa durch bestimmte Sportarten wie Boxen entstehen, können kognitive Einbußen hervorrufen, so Lutz Frölich, der Leiter der Abteilung für Gerontopsychiatrie vom Mannheimer Zentralinstitut für Seelische Gesundheit. “Neuere Untersuchungen von Sportlern, die Kontaktsportarten wie Boxen oder Fußball ausüben, haben auch gezeigt, dass häufige, kleinere Kopfverletzungen zu vermehrten Amyloid-Ablagerungen im Gehirn führen, die als wesentlicher Entstehungsfaktor für die Alzheimer-Erkrankung gelten.”

Ein weiterer Punkt auf der Liste ist Luftverschmutzung, auch durch eine Feinstaubbelastung können sogenannte neurodegenerative Prozesse ausgelöst werden, das heißt einen Abbau der geistigen Fähigkeiten hervorrufen.

Wenig überraschend ist die Erkenntnis, dass übermäßiger Alkoholkonsum das Gehirn schädigen kann.

Vorerkrankungen wie Diabetes, starkes Übergewicht, Bluthochdruck gehören ebenfalls zu den Risikofaktoren und können ein Indikator sein.

Schon bekannt sind, dass einige andere Vorerkrankungen zu einem Demenz-Syndrom führen können. Dazu zählen Depressionen, Infektionen des Gehirns, Vitamin- oder Hormonmangel und Medikamentenmißbrauch.

Maßnahmen zur Demenz Prävention

Sowohl für den Körper als auch für den Geist gibt es einiges, was man tun kann, um sich gegen Demenz ein Stück weit zu wappnen. Zusätzlich hält man sich auch gegen andere Altersbeschwerden fit, indem man auf einige Dinge achtet, und das nicht erst in den späten Lebensjahren, sondern so früh wie möglich.

Körperliche Gesundheit erhalten

Gemäßigter Alkoholkonsum, eine gesunde Ernährung und sportliche Aktivitäten stehen ganz oben auf der Liste für ein langes gesundes Leben. Wer sich viel bewegt und WErt auf einen ausgewogenen Speiseplan legt, vermeidet Übergewicht, Bluthochdruck und stärkt das Herz. Dies Faktoren und Folgeerkrankungen wie Diabetes werden vermieden und damit auch das Demenzrisiko gesenkt. Vorsichtsmaßnahmen wie das Tragen eines Helmes bei sportlichen Aktivitäten und das generelle Achten auf eine körperliche Unversehrtheit helfen dabei, gesund zu bleiben. Diese Faktoren liegen aber nicht nur in den Händen der Menschen, auch die Politik spielt dabei eine Rolle. Eine gute Gesundheitsversorgung, Bildung und ausreichende Ressourcen für eine gesunde Lebensweise müssen gewährleistet sein.

Wie kann man einer Demenz vorbeugen, was sind inzwischen bekannte Risikofaktoren und gibt es Dinge, die wir tun können, um uns gegen die Krankheit zu schützen?

Geistige Fitness fördern

Eine regelmäßige kognitive Stimulation, also quasi Training für das Gehirn, hält fit und ermöglicht uns, fehlende Nervenverbindungen wieder neu zu bilden. Das Gehirn erhält also seine Regenerationsfähigkeit, Fällt diese Stimulation weg, beispielsweise durch soziale Vereinsamung oder Depressionen, baut das Gehirn ab und verliert seine natürliche Schutzfunktion. 

Fehlende Bildung begünstigt ebenfalls einen geistigen Abbau im Alter. Prävention geht also schon in der Schulzeit los, und man sollte versuchen, Zeit seines Lebens das Lernen nicht zu verlernen. Dazu gehört eine neue Sprache oder das Auswendiglernen von Gedichten, das Lösen von Rätseln oder die Beschäftigung mit Spielen genauso dazu wie anregende Gespräche.

Grenzen der Demenz Prävention

Eine etwas ernüchternde wissenschaftliche Erkenntnis ist aber auch, dass rund 60 Prozent der Demenzerkrankungen genetisch vorbedingt sind. Die Veranlagung zur Krankheit wurde den Betroffenen also bereits in die Wiege gelegt. Das ist wichtig zu erwähnen, damit Betroffene keine Schuldgefühle entwickeln. Gegenüber dieser ernüchternden Tatsache gibt es zum Glück auch immer wieder Lichtblicke, was die Fortschritte in der Forschung angeht. Es bleibt die Hoffnung, dass es in Zukunft die Möglichkeit geben wird, diese Krankheit zu behandeln.

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