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Gesunde Ernährung: Alzheimer vorbeugen

Hände, die Orange schälen.

Warum Prävention so wichtig ist

Die genauen Ursachen für eine Demenzerkrankung, die sich am häufigsten in Form von Alzheimer äußert, sind bis heute unklar. Was allerdings klar ist, ist dass es zum jetzigen Zeitpunkt keine langfristig wirksame Behandlung für die Krankheit Alzheimer gibt. Prävention ist also umso wichtiger. Auch wenn die Ursachen und Gründe für das Ausbrechen der Erkrankung bisher nicht spezifiziert werden konnten, können dennoch gewisse Risikofaktoren identifiziert werden.

Neben der generellen Aktivierung des Gehirns kann auch ein gesunder Lebensstil vorbeugend wirken. Wie man insbesondere mit einer gesunden Ernährung Alzheimer vorbeugen kann, erfahren Sie im folgenden Beitrag.
Wir haben für Sie drei verschiedene wissenschaftliche Studien recherchiert und die grundlegenden Erkenntnisse hier zusammengefasst.

Darmbakterien und Alzheimer

Wo der Zusammenhang zwischen Darmbakterien und Alzheimer liegt, ergibt sich einem sicherlich nicht gleich auf Anhieb. Wir haben uns ein wenig eingelesen. Laut einer Studie von Wissenschaftlern aus Italien und der Schweiz hängt die Bildung von Ablagerungen im Gehirn, die bei Alzheimer Patienten typisch sind, mit  Proteinen zusammen, die von Darmbakterien produziert werden.

Im Rahmen der Studie wurden die Plaques-Ablagerungen sowie die Darmbakterien von Senioren mit einer Alzheimer Erkrankung oder anderen Krankheiten, welche die Nervenzellen im Gehirn betreffen, mit denen gesunder Senioren verglichen. Anhand der Ergebnisse konnte ein gewisser Zusammenhang zwischen den Bakterien der Darmflora und Plaques im Gehirn bei Personen mit Erkrankung festgestellt werden. Was aber nun anfangen mit dieser Erkenntnis? 

Bakterien-Cocktail

Der Vorschlag der Wissenschaftler ist eine Art Bakterien-Cocktail, welcher Personen mit einem erhöhten Alzheimer Risiko verabreicht werden könnte. Die Erkenntnislage ist allerdings noch dünn und die konkrete Vorgehensweise nicht ausgereift. Die Studie gibt zwar Aufschluss über einen generellen Zusammenhang zwischen Ernährung und mit dem Gehirn zusammenhängenden Krankheiten, aber für unsere täglichen Gewohnheiten sollten wir uns wohl nach anderen Möglichkeiten umsehen.

Flavonoidreiche Ernährung

Eine leichter umzusetzende Möglichkeit wäre da beispielsweise eine flavonoidreiche Ernährung. Erst dieses Jahr im Frühjahr wurde eine Studie genau zu diesem Thema im American Journal of Clinical Nutrition veröffentlicht. Für die Studie wurden Daten einer anderen Untersuchung (Framingham Heart Study) überprüft, die seit 1970 erhoben werden und Informationen über den körperlichen Zustand und die Essgewohnheiten der Teilnehmenden enthalten.

Die Ergebnisse der Studie bestätigten die Vermutung: eine flavonoidreiche Ernährung kann einer Alzheimer Erkrankung vorbeugen. Die Teilnehmenden der Studie mussten für 126 Lebensmittel die Häufigkeit des Konsums angeben. Die Lebensmittel mit dem höchsten Gehalt des sekundären Pflanzenstoffs Flavonoid darunter waren Orangen und Orangensaft, Äpfel, Birnen, Erdbeeren, Tee und Rotwein.

Dessert aus Schokolade, Chiasamen und Sahne.
Es muss nicht immer Gemüse sein. Ein Dessert aus dunkler Schokolade und Chiasamen enthält wertvolle Pflanzenstoffe und Fettsäuren.

Ein sekundärer Pflanzenstoff

Über die genaue Wirkung von Flavonoiden ist bisher nicht viel bekannt. Vermutlich gibt es sogar über 8.000 verschiedene Sorten des sekundären Pflanzenstoffs.  Wie der Name schon sagt, findet man den Stoff in unterschiedlichen Gemüse- und Obstsorten. Dazu zählen Sellerie, Beeren, Zitrusfrüchte oder Kräuter wie beispielsweise Petersilie. Aber auch vermeintlich ungesunde Lebensmitteln wie dunkle Schokolade oder Rotwein.

Sich flavonoidreich zu ernähren ist also gar nicht so schwer, wenn man darauf achtet abwechslungsreiche Gemüsesorten zu essen. Ein weiterer Pluspunkt: Flavonoide sind der hitzeresistent und können daher gut beim Kochen verarbeitet werden (wie wäre es zum Beispiel mit einer Apfel-Sellerie-Suppe?).

Was noch gut ist: Omega 3 Fettsäuren

Die Bedeutung von Omega 3 Fettsäuren ist ja gemeinhin bekannt und nicht zuletzt durch die zunehmend vegetarische Ernährungsweise der Menschen in den Fokus gerückt. Denn zwei der wichtigsten Omega 3 Fettsäuren sind ausschließlich in Fisch enthalten.

Der „Verjüngungseffekt“

Auch hier soll nochmal auf eine Studie hingewiesen werden. Denn französische Wissenschaftler fanden in Kooperation mit amerikanischen Forschern heraus, dass der regelmäßige Fischkonsum den generellen Abbau der Denk- und Gedächtnisleistung verzögere.

So konnte bei Menschen, die häufig und regelmäßig Fisch konsumieren, eine deutlich höhere Gehirnleistung festgestellt werden, als bei Menschen, die wenig oder keinen Fisch zu sich nehmen. Dieser Effekt, der sogar teils als “Verjüngungseffekt” bezeichnet wurde, hätte sich unabhängig von erkannten Alzheimer-Risiken herausgestellt.

Eine Ernährung reich an Omega 3 Fettsäuren kann also ebenfalls präventiv für Alzheimer wirken. Es gibt zwar zwei Sorten der Fettsäure, die nur in Fisch zu finden sind, viele andere finden sich aber auch in pflanzlichen Nahrungsmitteln. Zum Beispiel in Spinat, Rosenkohl und Bohnen aber auch in Leinsamen, Walnüssen oder Mandeln.

Karotten, Sellerie und Äpfel.
Der Körper dankts: eine abwechslungsreiche Ernährung mit verschiedenen Obst- und Gemüsesorten.

Die Mischung macht´s

Zusammenfassend kann man also festhalten, dass eine abwechslungsreiche Ernährung mit unterschiedlichen Obst- und Gemüsesorten ergänzt durch Kräuter, Samen und Nüsse für eine umfassende Versorgung an Stoffen, die gut für das Gehirn und die Gedächtnisleistung sind, sorgt. Sicherlich freut sich auch der restliche Körper über eine derart gesunde Ernährung! 

Selbstverständlich sind auch weitere Nährstoffe wichtig für eine ausgewogene Ernährung.

Auch wenn sie ihren Teil beitragen kann, ist eine gesunde Ernährung allein natürlich nicht ausreichend, um einer Alzheimer Erkrankung vorzubeugen. Neben einer gesunden Lebensweise trägt auch ein aktives Training des Gehirns zur Vorbeugung gegen Alzheimer bei. Darüber und über weitere Maßnahmen aber auch Grenzen der Prävention können Sie hier mehr lesen.

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