Media4Care Allgemeines Pflegeheim finden: Wie man das Richtige findet und worauf man achten sollte

Pflegeheim finden: Wie man das Richtige findet und worauf man achten sollte

pflegeheim-finden

Ewige Jugend ist leider nur ein Traum, auch wenn eine Studie an der Tel Aviv University ergeben hat, dass eine Umkehr des Alterungsprozesses möglich ist. Bis jetzt gehört altern zum Leben dazu. Und nicht immer bleiben wir fit und agil. Häufig steigt die Pflegebedürftigkeit und es stellt sich die Frage, wie es weitergeht. Kann die Pflege zu Hause geleistet werden oder ist ein Umzug in ein Pflegeheim notwendig? Wir sagen Ihnen, welche Optionen Sie haben und was es zu beachten gilt. 

Wohnen im Alter – diese Möglichkeiten gibt es.
Zuhause ist es am Schönsten. Aber ist es auch das Beste für Sie oder Ihren Angehörigen? Für eine pflegebedürftige Person kann diese Antwort schon einmal negativ ausfallen, sich aber zum positiven Wenden. Denn auch das eigene Zuhause kann behindertengerecht/barrierearm umgebaut werden. Vom Treppenlift, über die seniorengerechte Badsanierung bis hin zur Installation eines Hausnotrufsystems, die Möglichkeiten sind vielfältig und auf das Pflegebedürfnis abstimmbar. Personen mit einem Pflegegrad erhalten dafür sogar Zuschüsse von der Pflegekasse, für Hilfsmittel von der Krankenkasse und ggf. sogar staatlich Förderung durch die Kfw-Bank. Zudem erhalten Sie und Ihre pflegenden Angehörigen auch diverse niedrigschwellige Betreuungs- und Entlastungsangebote. 
Natürlich sind dies nicht die einzigen Möglichkeiten, die Sie haben. Je nach individuellem Pflegebedürfnis und persönlichem Wunsch stehen Ihnen oder Ihrem Angehörigen viele Optionen offen. 

Wie zum Beispiel:

  • Die 24h-Pflege durch osteuropäische/ausländische Pflegekräfte bzw Haushaltshilfen.
  • Das Wohnen mit Service: Hilfeleistungen wie ein Reinigungsservice, Essen auf Rädern, Krankenpflege usw. können im eigenen Zuhause in Anspruch genommen werden.
  • Das Wohnen gegen Hilfe: Ein Untermieter “bezahlt” mit Unterstützung.
  • Das Mehrgenerationenhaus: Mehrere Generationen unter einem Dach.
  • Die Pflege-WG: Mehrere Senioren leben selbstbestimmt in einer Wohn- oder Hausgemeinschaft zusammen.
  • Das Betreutes Wohnen: Barrierefreie Wohnungen, die einer stationären Pflegeeinrichtung angeschlossen sind und bei Bedarf die notwendige Hilfe bieten.
  • Die Tagespflege/Nachtpflege in teilstationären Einrichtungen.
  • Die Rundum-Betreuung in vollstationären Einrichtungen/Pflegeheimen.

Vor- und Nachteile eines Pflegeheims.
Um den Einzug in ein Pflegeheim richtig abwägen zu können, sollten Sie sich die Vor-und Nachteil vor Augen führen. Dafür spricht natürlich die 24-Stunden-Betreuung, die medizinische Versorgung und die schnelle Hilfe im Notfall. Zudem ist man nicht mehr alleine und kann viel einfacher soziale Kontakte mit anderen Senioren eingehen. Die langen Wartelisten können die Aufnahme in ein adäquates Pflegeheim erschweren. Nachteilig empfinden manche agilere Senioren zudem, die Einschränkung ihres individuelle Freiraums. In den meisten Heimen gibt es natürlich starre Tagesabläufe, die je nach Pflegegrad, eingehalten werden müssen.

Auswahl des Pflegeheims – darauf sollten Sie achten.
Sie habe sich für die Rundum-Betreuung in einem Pflegeheim entschieden? Dann sollte Sie genau überlegen, welche Einrichtung für Sie infrage kommt. Gab es bisher Noten zur Orientierung, werden Pflegeheim seit dem 1. November 2019 nach neuen Qualitätsrichtlinien beurteilt, die sich in drei Qualitätsdarstellungen gliedern: den strukturellen Einrichtungsinformationen (allgemeine Informationen übers Angebot der Einrichtung), den Qualitätsindikatoren (hier erfasst die Einrichtung selbst die Qualität ihrer Pflege), und den Ergebnissen aus externen Qualitätsprüfungen durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) beziehungsweise den Verband der privaten Krankenversicherungen.
Die Prüfergebnisse werden in einer Übersicht dargestellt. Die Qualität einer Einrichtung wird sehr differenziert und aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln überprüft. Natürlich fließen die Bedürfnisse von Menschen mit kognitiven Einschränkungen wie Demenz oder einer psychischen Erkrankungen mit ein und werden gesondert aufgeführt, so dass Sie wirklich sehr gut entscheiden können, welche Einrichtung für die speziellen Pflegebedürfnisse in Frage kommt. 

Ihr Angehöriger ist demenzkrank? Dann sollten Sie bei der Auswahl des Pflegeheimes darauf achten, ob es sich um eine offene oder geschlossene Station handelt. Geschlossene Abteilung dürfen Pflegebedürftige nicht mehr alleine verlassen. Zudem sollten Sie überprüfen wie das Demenz-Pflegeheim zum Thema Fixierung und medikamentöse Ruhigstellung steht. Gute Heime verzichten weitgehend darauf. Und zu guter Letzt sollten Sie sich erkundigen, welche Förderangebote und sonstige Aktivitäten angeboten werden. Der AOK Pflege-Navigator vereinfacht Ihnen die Suche nach einem passenden Pflegeheim.

Kosten einer vollstationären Pflege – damit können Sie rechnen.
Ein Pflegeplatz kostet monatlich durchschnittlich 3000 Euro. Allerdings können die Preise je nach Standort stark variieren. Die gute Nachricht jeder Versicherte, der einen anerkannten Pflegegrad hat, hat anrecht auf Pflegeleistungen zur Betreuung in einer Pflegeeinrichtung. Je nach Pflegegrad sind die Leistungen unterschiedlich. Grundsätzlich übernimmt einen Teil der Kosten die Pflegeversicherung, eine private Zuzahlung bleibt den meisten Personen allerdings nicht erspart. Hat der Versicherte einen Pflegegrad müssen circa 1.900 Euro der Heimkosten aus der eigenen Tasche bezahlt werden.  In Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern oder Schleswig-Holstein kann ein Pflegewohngeld beantragt werden und ggf. tritt auch das Sozialamt unterstützend ein. Doch allzu große Hoffnung auf Unterstützung gibt es nicht, der Eigenanteil muss von der Rente oder durch den Verkauf des Eigenheims gezahlt werden. Dem Bewohnern steht maximal ein Taschengeld von 109,08 Euro monatlich zu, das zudem von der Rente genommen werden kann. Ist das Vermögen aufgebraucht und die Rente maximal herangezogen, können Sie einen Antrag auf “Hilfe zur Pflege” stellen. 

Umzug ins Pflegeheim – so verhalten Sie sich richtig.
Fingerspitzengefühl gefragt, denn natürlich ist es schwer sein vertrautes Zuhause zu verlassen und die letzte Station im Leben anzutreten. Umso sensibler und bedachter sollten Sie mit Ihrem pflegebedürftigen Angehörigen umgehen. Versuchen Sie sich einfach in seine/ihre Situation zu versetzen.

  • Geben Sie Ihrem Angehörigen die Chance Entscheidungen, sofern möglich, mit zu treffen. 
  • Nehmen Sie sich Zeit und reden Sie vorher ausführlich mit Ihrem Angehörigen über den Umzug.
    Zerstreuen Sie Sorgen und machen Sie Mut für den Neuanfang. 
  • Besuchen Sie das Heim vorab, viele Heim bieten ein Senioren-Mittagstisch an.
  • Erzählen Sie dem Pflegepersonal möglichst viel über Ihren Angehörigen. Damit auch der persönliche Kontakt von Anfang an vereinfacht ist.
  • Zeigen Sie, dass Sie Ihren Angehörigen nicht alleine lassen. Seien Sie da, wenn er Sie braucht.
  • Richten Sie die Wohnung, das Zimmer gemeinsam ein. 

Geben Sie Ihrem Angehörigen Zeit sich einzuleben. Der erste Monat ist für jeden schwer, man spricht sogar vom „first month syndrome“. Aber kein Grund zur Sorge, mit der Zeit wird das ungewohnte Umfeld zum neuen Zuhause.

Quellen:
https://www.pflege-durch-angehoerige.de/wohnen-und-leben-im-alter-11-ganz-unterschiedliche-moeglhkeiten/
https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/gesundheit-pflege/pflege-im-heim/so-finden-sie-das-passende-pflegeheim-12023
https://www.wohnen-im-alter.de/einrichtung/pflegeheim/ratgeber
https://www.pflege.de/altenpflege/pflegeheim-altenheim/kosten/
https://www.pflege-navigator.de/
https://www.senioren-ratgeber.de/An-deiner-Seite/So-helfen-Sie-bei-der-Eingewoehnung-im-Pflegeheim–554137.html
https://www.pflege-durch-angehoerige.de/so-nutzen-sie-alle-zuschuesse-fuer-einen-behindertengerechten-badumbau-optimal-aus/
https://glocalist.press/ewige-jugend-eine-klinische-studie-an-der-tel-aviv-university-eine-umkehr-des-alterungsprozesses-ist-moeglich/
https://www.pflege.de/leben-im-alter/dienstleistungen/seniorenumzuege/

Teilen:

Was Sie auch interessieren könnte

Media4Care hat 4,61 von 5 Sternen von 74 Bewertungen vom Verband Pflegehilfe | Media4Care: Mehr Lebensfreude für Senioren