Fachkräftemangel: Bürokratie und Fremdenfeindlichkeit blockieren Flüchtlinge

Der massive Fachkräftemangel in der Pflege und das Potenzial von über 700.000 Flüchtlingen treffen auf bedeutende Hürden wie Bürokratie und Fremdenfeindlichkeit. Trotz hoher Nachfrage haben ausländische Fachkräfte oft Schwierigkeiten, Arbeit zu finden, insbesondere muslimische Frauen. Bürokratische Hindernisse wie die langwierige Anerkennung von Schulzeugnissen und befristete Arbeitserlaubnisse erschweren zusätzlich die Integration. Es besteht dringender Handlungsbedarf: Mehr Sprach- und Alphabetisierungskurse sowie Unterstützung für traumatisierte Geflüchtete sind essenziell. Nur durch koordinierte Maßnahmen und das Überwinden von Vorurteilen kann das Potenzial genutzt und der Fachkräftemangel effektiv adressiert werden.

Fachkräftemangel: Bürokratie und Fremdenfeindlichkeit blockieren Flüchtlinge

Im Rahmen der aktuellen Diskussionen über die Integration von Flüchtlingen in der Pflege und den allgegenwärtigen Fachkräftemangel in der Pflege entsteht oft eine kritische Frage: Warum scheitert die Integration trotz großer Anzahl qualifizierter Flüchtlinge und dringend benötigter Fachkräfte? Dabei spielen zwei wesentliche Hürden eine Rolle – Bürokratie und Fremdenfeindlichkeit.

Die Situation

Der massive Fachkräftemangel in der Pflege bereitet Deutschland Kopfzerbrechen. Auf der anderen Seite gibt es mehr als 700.000 Flüchtlinge, die ein großes Potenzial für die Pflege darstellen. Dennoch scheint es eine konstante Herausforderung zu sein, den Zugang zum Arbeitsmarkt für diese qualifizierten Personen zu flexibilisieren und zu vereinfachen.

Hürden für die Flüchtlinge

Der Vorstandsvorsitzende des Verbandes diakonischer Dienstgeber in Deutschland (VdDD), Ingo Habenicht, kritisiert das starke Vorhandensein von Bürokratischen Hürden für Flüchtlinge und Fremdenfeindlichkeit. Trotz der starken Nachfrage nach Pflegekräften haben ausländische Fachkräfte oft Schwierigkeiten, Arbeit zu finden, insbesondere muslimische Frauen. “Wer ein Kopftuch trägt, findet schwerer einen Job – ob bei kirchlichen Trägern oder auch bei nicht-kirchlichen.”, berichtet Antje Zajonz, Koordinatorin für die Arbeitsmarktintegration von Migranten an der Johanniter-Akademie Leipzig.

Der Bürokratie-Wahnsinn

Bürokratische Hürden sind ein weiterer bedeutender Stolperstein auf dem Weg zur erfolgreichen Integration von Flüchtlingen in die Pflege. Petra Breitenbach, Leiterin für Förderprojekte bei der Diakonie Michaelshoven, betont die Herausforderungen beim Schulzeugnis: “Wer flüchten muss, denkt natürlich nicht dran, dass er noch sein Schulzeugnis mitnehmen muss. Und wenn man es doch hat, dauert die Zeugnisanerkennung rund ein halbes Jahr”

Darüber hinaus sind die befristeten Arbeitserlaubnisse ein weiteres Problem. “Wenn eine Erlaubnis ausläuft, kriegt man keine Stelle – selbst wenn davon auszugehen ist, dass diese verlängert wird.” Hier wünscht sich Breitenbach eine zusätzliche Formulierung auf der Arbeitserlaubnis, die mehr Rechtssicherheit für Unternehmen bieten könnte.

Benötigte Maßnahmen

Es ist unbestritten, dass es mehr Anstrengungen und Maßnahmen für die erfolgreiche Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt gibt. In erster Linie wären fehlende Sprachkurse für Flüchtlinge eine wesentliche Hürde. Ulrike Haas von der Bruderhaus Diakonie drückt ihr Interesse an mehr Alphabetisierungskursen und Plätzen in Integrationskursen aus. Genauso wichtig ist es aber auch, Hilfe für Geflüchtete mit Traumaerfahrungen anzubieten.

Für die erfolgreiche Überwindung dieser Hürden ist es entscheidend, dass alle Beteiligten, angefangen bei den politischen Entscheidungsträgern bis hin zu sozialen Organisationen, zusammenarbeiten und koordinierte Maßnahmen ergreifen.

Abschließende Gedanken

Die Integration von Flüchtlingen in den Pflegeberuf erfordert Anstrengungen auf mehreren Ebenen, und der Weg dorthin ist oft mit Hindernissen gepflastert. Aber mit proaktiven Maßnahmen, einem Ende der Bürokratie und der Bewältigung von Fremdenfeindlichkeit, können wir dieses Potenzial ausschöpfen, unsere Pflegekräfte aufstocken und letztlich einen humaneren Weg zur Integration finden.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie auf www.carevor9.de

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