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Einsamkeit im Alter

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Was sind die Ursachen von Einsamkeit im Alter?

Besonders durch die Corona Pandemie ist das Thema der Einsamkeit im Alter stärker in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Die Kontaktbeschränkungen während der verschiedenen Lockdowns haben eine Bevölkerungsgruppe besonders hart getroffen. Laut dem Statistischen Bundesamt ist jede/r Dritte, der oder die in Deutschland allein lebt, über 65 Jahre alt. Das sind fast 6 Millionen Menschen, die in häuslicher Quarantäne oder in Pflegeheimen ohne Besuch von ihren Angehörigen auskommen mussten. Aber auch ohne Corona passiert es Menschen im höheren Alter immer öfter, dass sie sich einsam fühlen. Oftmals entsteht diese Einsamkeit im Alter durch ein Zusammenspiel von verschiedenen Risikofaktoren. Besonders plötzlich eintretende Veränderungen im Leben werfen Ältere Menschen schnell aus der Bahn: sei es durch eine Krankheit bei einem selbst oder durch plötzliche Todesfälle im näheren Umfeld. Stirbt beispielsweise der Lebenspartner, entfällt ein enorm großer Teil des Alltags. Gemeinsame Rituale, der tägliche Austausch und auch die körperliche Beziehung fallen von einem auf den anderen Tag weg. Sich dann neu zu strukturieren und einen neuen Tagesrhythmus aufzustellen und das auch noch während man um den lieben Menschen trauert, ist oft schwierig. Wenn dann im Alter zusätzlich noch körperliche Einschränkungen der eigenen Mobilität aufkommen, neigt man dazu sich weniger zu bewegen, weniger oft das Haus zu verlassen und bleibt dadurch automatisch eher für sich allein in der Wohnung. Auch Menschen mit Kindern werden davon nicht verschont, denn diese haben oft keine Zeit vorbeizukommen, sind beschäftigt mit der eigenen Familie oder wohnen zu weit entfernt.

Die Folgen von Einsamkeit im Alter

Einsamkeit hat einen großen Einfluss auf das Wohlbefinden der jeweiligen Person. Es kann einerseits psychische und andererseits körperliche Auswirkungen mit sich ziehen. Alleinsein, keinen Kontakt zu anderen Menschen, die einem Bestätigung geben und das Selbstbewusstsein stärken. Es entsteht das Gefühl überflüssig zu sein, nicht gebraucht zu werden und keine Aufgabe im Leben zu haben. Der Sinn des Lebens fällt weg. Dem folgt eine enorme Belastung der mentalen Gesundheit, was wiederum das Risiko an Krankheiten zu erkranken erhöht. Antriebslosigkeit, Depression oder sogar Demenz können daraus entstehen und sind keine Seltenheit. Auch Ängste spielen eine große Rolle. Die Unsicherheit, die in einer Person entsteht, wenn sie keine soziale Bestätigung mehr bekommt, resultiert in irrationalen Ängsten gegenüber der Umwelt.

Das kann man gegen Einsamkeit im Alter tun

Soziale Kontakte sind das A und O um Einsamkeit vorzubeugen. Denn emotionale und innige Kontakte sind im Alter fast noch wichtiger als in früheren Lebensphasen. „Diese Kontakte helfen, mit gesundheitlichen Verlusten und Einbußen, mit dem Verlust nahestehender Menschen, schließlich mit der Endlichkeit besser umzugehen, diese besser zu verarbeiten.“, so der Experte Andreas Kruse. Es ist also wichtig, sich regelmäßig in die Gesellschaft anderer Leute zu begeben, sei es die Familie, Freunde oder bspw. auch die Mitgliedschaft in einem Verein.

Auch Seniorentreffs bieten die Möglichkeit sich neu zu vernetzen. Dort können Senioren auf Gleichaltrige treffen und sich mit ihnen austauschen. Es kann gemeinsam gesungen, gebastelt oder einfach nur geredet werden. In jeder Stadt und auch auf dem Land gibt es solche Seniorentreffs, die Gemeinschaft, Unterhaltung und Möglichkeiten zur Gestaltung der Freizeit bieten. Trotzdem sind diese Treffs ungezwungen und in lockerer Atmosphäre, wenn man also dann doch mal keine Lust auf ein Treffen hat, ist das auch in Ordnung.

Auch im Internet gibt es digitale Möglichkeiten, sich mit anderen zu vernetzen. Digitale Seniorentreffs bieten die Möglichkeit sich mit anderen Senioren auf der ganzen Welt auszutauschen. Auch verschiedene Foren und Rentner Communities bieten Wege aus der Einsamkeit im Alter.

Doch was können speziell Angehörige aktiv tun, wenn ihnen auffällt, dass sich der Senior vermehrt zurückzieht statt das Alter zu genießen einsam in seiner Wohnung sitzt? Regelmäßige Besuche wirken da Wunder! Hier kann man sich sehr einfach mit weiteren Angehörigen, Freunden und Enkeln absprechen, damit jeder mal zu Besuch vorbeikommt. Dadurch fühlt sich der Senior auch weiter wertgeschätzt. Wenn bspw. die Corona Kontaktbeschränkungen dem ein Strich durch die Rechnung machen oder Angehörige weiter weg wohnen und daher keine Möglichkeit haben, regelmäßig zu Besuch zu kommen, gibt es mittlerweile auch digitale Lösungen, die es ermöglichen mit dem Senior in Kontakt zu bleiben. Mit einem Seniorenhandy oder speziell entwickelten Tablets für Senioren ist die Kommunikation über Videoanrufe oder Chatnachrichten von überall aus möglich. Auch die Bedienung der Geräte ist seniorengerecht aufgebaut und dadurch auch für Personen, die keine technischen Vorkenntnisse haben geeignet.

Um der Vereinsamung entgegenzuwirken ist es ebenfalls eine gute Möglichkeit, ein Pflegeheim in der Nähe herauszusuchen, um dort einerseits die optimale medizinische Versorgung des Seniors zu gewährleisten. Andererseits werden in Pflegeheimen unterschiedliche Aktivitäten angeboten, an denen je nach Lust und Laune teilgenommen werden kann. Der Senior ist unter Leuten und ist durch den Austausch mit Pflegern und anderen Bewohnern der Einrichtung in Gesellschaft.

Auch gibt es in Deutschland rund 530 Mehrgenerationenhaushalte, die durch ein Programm des Bundes gefördert werden und als Begegnungsstätte für Jung und Alt dienen. Sie fördern das selbstbestimmte Leben im Alter und bieten den Austausch mit jüngeren Generationen. Gegenseitiges aufeinander zugehen und sich unterstützen ist hierbei die Devise. Außerdem bieten diese Häuser weitere Möglichkeiten wie Kultur- und Kreativangebote, Freizeit- oder Sportaktivitäten für eine abwechslungsreiche Gestaltung des Alltags.

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