Media4Care Allgemeines Die Gefahr von Einsamkeit in Zeiten von Corona

Die Gefahr von Einsamkeit in Zeiten von Corona

Media4Care Leere Strasse

Die Straßen sind momentan leer, Cafés geschlossen und der nächste gemeinsame Stadtbummel ist noch nicht in Sicht. Die wegen der Corona-Epidemie verordnete Kontaktsperre trifft eine Bevölkerungsgruppe besonders hat. Laut dem Statistischen Bundesamt ist jede/r Dritte, der oder die in Deutschland allein lebt, über 65 Jahre. Das sind fast 6 Millionen Menschen, die momentan in häuslicher Quarantäne oder in Pflegeheimen ohne Besuch von ihren Angehörigen leben. Vergessen werden darf aber nicht, dass es nicht um den Schutz vor einer Infektion gehen darf, auch der Schutz der psychischen Gesundheit ist wichtig.

Erklärungen genauso wichtig wie Zuneigung

In einem Artikel mit der Internetseite altenpflege-online.net sagte der Gerontologe Andreas Kruse, dass klare und eindeutige Erklärungen für die in der Corona-Krise isolierten Menschen genauso unabdingbar sind wie Signale der Zuneigung. Sie müssen die derzeitige Lage verstehen und einsehen und merken, „dass man intensiv an sie denkt und durch symbolische Handlungen – wie zum Beispiel Einkaufsdienste – sowie andere Formen des Kontakts wie Telefon, Skype oder Internet versucht, den Kontakt aufrechtzuerhalten.“ Andreas Kruse geht davon aus, dass alte Menschen eine große psychische Widerstandsfähigkeit besitzen. Die kann ihnen helfen, schwierige Situationen zu meistern.

Wie wichtig sind soziale Kontakte?

Dennoch, emotionale und innige Kontakte sind im Alter fast noch wichtiger als in früheren Lebensphasen. „Diese Kontakte helfen, mit gesundheitlichen Verlusten und Einbußen, mit dem Verlust nahestehender Menschen, schließlich mit der Endlichkeit besser umzugehen, diese besser zu verarbeiten.“, so der Experte Andreas Kruse. Deshalb müssen die fehlenden Besuche unbedingt kompensiert werden. Das kann beispielsweise durch Briefe, Telefonate oder Videotelefonie erfolgen.

Besonders von Demenz betroffene Personen können die Dramatik der momentanen Lage oft nicht verstehen. Sie handeln impulsiv und halten Sie sich nicht an die Sicherheitsmaßnahmen wie das Vermeiden von Körperkontakt. Das  ihnen die Menschen plötzlich aus dem Weg gehen und jegliche Berührung vermeiden, trifft sie hart. Auch laufen Gespräche mit demeziell veränderten Menschen oft eher über die emotionale als über die inhaltliche Ebene. Die Körperhaltung, der Gesichtsausdruck und der Klang der Stimme helfen uns, ein Gespräch einordnen und verstehen zu können. Besonders für Demenzpatienten sind diese Elemente sehr wichtig. Das macht Telefonieren oder gar einen Austausch per Mail schwierig. Videotelefonie stellt da eine eine Ausnahme da und kann durch die Möglichkeit, vertraute Personen auch zu sehen, das Fehlen von direktem Kontakt auffangen.

Auf welchem Weg auch immer, das Kontakthalten hat allerhöchste Priorität, um der Einsamkeit vorzubeugen und den Seniorinnen und Senioren zu zeigen, dass sie nicht allein sind.

War dieser Artikel interessant für Sie? Dann melden Sie sich zu unserem monatlichen Newsletter an!

Teilen:

Was Sie auch interessieren könnte

Media4Care hat 4,61 von 5 Sternen von 67 Bewertungen vom Verband Pflegehilfe | Media4Care: Mehr Lebensfreude für Senioren