Weihnachten und Demenz – Mehr Lebensfreude für Senioren – media4care

Weihnachten und Demenz

Weihnachten, das bedeutet eine besinnliche Zeit mit der Familie, Zusammensein unter dem Tannenbaum und gemütliches Beieinandersitzen. Daran geknüpft sind viele Erinnerungen an vergangene Jahre und damit auch die Erwartung, dass es so schön wird wie früher.  Gehört zum Familienkreis eine demenziell veränderte Person, sollten jedoch einige Dinge beachtet werden, damit die Weihnachtstage so harmonisch werden, wie man sie sich vorstellt.

Erinnerungen an früher werden wach

In der Weihnachtszeit werden viele Erinnerungen an früher geweckt. In unserem Langzeitgedächtnis sind viele Informationen aus unserer Kindheit gespeichert, die durch bestimmte Reize wieder aktiviert werden. Die feierliche Atmosphäre und die festen Rituale eignen sich hervorragend dazu, auch bei stark demenziell veränderten Menschen eine Erinnerung wachzurufen und die Person zu einer aktiven Teilhabe anzuregen.

Der Geruch von Weihnachtsplätzchen, die altbekannten Weihnachtslieder, das traditionelle Weihnachtsessen der Familie, der Tannenbaum, die Dekorationen und die Gedichte – all diese einzelnen Reize und das Zusammenspiel als Ganzes kann durch die Vertrautheit und die besinnliche Stimmung beruhigend wirken und glücklich machen. Für Menschen mit Demenz werden zu viele äußere Reize aber auch schnell überfordernd. Deswegen ist es wichtig, einige Dinge zu beherzigen.

Überforderung durch zu viele Reize

Für einen erfolgreichen Weihnachtsabend sollte beherzigt werden, der demenziell veränderten Person nicht zu viel zuzumuten. Es braucht Inseln und Momente der Ruhe, auf zu viel Trubel reagieren Menschen mit Demenz oft gereizt oder sie haben den Drang, wegzulaufen. Diese Zeichen von Überforderung sind ein Hinweis darauf, dass der oder die Angehörige ein wenig Ruhe braucht. Auch ist es gut, sich auf alle Eventualitäten einzustellen. Wird die Person unruhig, bleibt nicht am Tisch sitzen und fängt z. B. an, alle Geschenke auszupacken oder den Weihnachtsbaum abzuschmücken, ist das nicht schlimm. Das kann mit Humor genommen werden. Sind dadurch jedoch Chaos, weinende Kinder und gestresste Eltern vorprogrammiert, sollte man sich vorher genau überlegen, ob dem Demenz-Patienten viel Stress zugemutet werden kann.

Es ist eine gute Idee, die demenziell veränderte Person auch bereits in die Vorbereitungen mit einzubeziehen und sie beispielsweise beim Tisch decken oder Baum schmücken helfen zu lassen. Dabei ist es aber wichtig, sich in Geduld zu üben und eine Selbstverständlichkeit herzustellen. Liegt das Messer dann auf der falschen Seite des Tellers, kann das auch später korrigiert werden, um den Familienangehörigen mit Demenz nicht zu verunsichern.

Das richtige Geschenk finden

Um für eine demenziell veränderte Person das richtige Geschenk zu finden, schaut man am besten in die Vergangenheit. Je einfacher und persönlicher das Geschenk ist, desto größer ist die Chance, dass die Person damit etwas anfangen kann. Immer eine gute Idee ist Musik, am besten natürlich vom Lieblingskünstler. Alte Lieder von früher haben großes Potential, vergangenes Glück wieder heraufzubeschwören. Vielleicht gibt es auch einen Plattenspieler, dann kann das Starten der Musik bereits ein bekanntes Ritual sein, was Vertrauen und Sicherheit vermittelt.

Schön sind auch Düfte in variablen Formen. Das Lieblingsparfüm oder eine Duftkerze mit Gerüchen, die an früher erinnern, können viel Freude bereiten. Ebenfalls gut geeignet sind Dinge, die die Haptik ansprechen, eine weiche Kuscheldecke beispielsweise oder ein neues Halstuch. Große Freude kann auch ein selbst gestaltetes Fotoalbum machen. Am besten mit Beschriftungen von Personen und Orten, um ein wenig Orientierung zu bieten.

Die Weihnachtszeit ist eine tolle Gelegenheit, gemeinsam eine schöne Zeit zu verbringen und entspannte Stunden zu erleben. Das Team von Media4Care wünscht Ihnen und ihren Lieben schöne Festtage!

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