Der Umgang mit dementen Menschen – Mehr Lebensfreude für Senioren – media4care

Der Umgang mit dementen Menschen

„Wer bist du?“ Wenn die eigene Mama die Kinder nicht mehr erkennt oder der Papa seine Ehefrau für eine fremde Person hält, dann steht das Leben erstmal Kopf. Gegenwärtig leben rund 1,7 Millionen Menschen in Deutschland mit Demenz, Tendenz steigend. Zusätzlich gibt es Angehörige, Bekannte und Freunde von Personen mit Demenz, die damit umzugehen lernen müssen.

Demenz: Ein Überblick

Das Wort „Demenz“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet wörtlich übersetzt „weg vom Geist“ oder „ohne Geist“. Demenz bezeichnet die Verschlechterung oder den Verlust geistiger Fähigkeiten. Es gibt verschiedene Formen der Demenz, die häufigsten der „irreversiblen Demenzen“ sind Alzheimer und vaskuläre Demenz. Ein kleiner Anteil der Demenzerkrankungen, sogenannte „reversible Demenzen“, können bei frühzeitiger Erkennung behandelt und mit hoher Wahrscheinlichkeit gebessert werden. Aufmerksamkeit, Sprache, Orientierung und Denkvermögen können durch Demenz beeinträchtigt sein und wirbeln das Leben Demenzkranker und Angehöriger durcheinander.

Zwei Männer nutzen gemeinsam das Betreuer-Tablet
Gemeinsam mit dementen Personen das Gedächtnis trainieren und Demenz bekämpfen ©shutterstock_226310848.jpg

Demente Personen einbeziehen

Es ist wichtig, dass Symptome und erste Anzeichen einer (eventuellen) Demenz ernst genommen werden und professioneller Rat eingeholt wird. Einer reversiblen Demenz kann aktiv entgegengewirkt werden und sie kann dadurch wesentlich gebessert werden. Für Betroffene und Angehörige hilft es Klarheit zu schaffen und sich mit den Folgen der Diagnose auseinanderzusetzen. Das gibt Dementen die Möglichkeit, sich aktiv mit der Krankheit zu beschäftigen und gemeinsam mit Ärzten und Familie das weitere Vorgehen zu besprechen.

Hat ein Familienmitglied oder jemand aus dem Freundeskreis Demenz, dann sollte mit der Person und nicht nur über die Person gesprochen werden. Gemeinsam die Zukunft zu planen und sich beraten zu lassen hilft besser mit der Diagnose umgehen zu können. Vielleicht ist es sinnvoll, sich von verschiedenen Experten beraten zu lassen oder auch mit anderen Betroffenen den Austausch zu suchen. Sich gegeneinander unterstützen und Mut machen, ehrlich über Bedenken und Sorgen reden und die Inklusion der dementen Person ernst nehmen, stellen bedeutende Schritte dar.

Auf demente Menschen zugehen

Demente Menschen können ihr Verhalten gegebenenfalls nicht mehr so genau steuern und beeinflussen wie früher. Deshalb ist es notwendig, dass sich die Umgebung der dementen Person anpasst und auf deren Bedürfnisse eingeht. Der Umgang mit dementen Angehörigen erfordert Geduld und Einfühlungsvermögen. Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft gibt folgende Tipps zur besseren Verständigung mit Menschen mit Demenz:

  1. Gespräche auf gleicher Augenhöhe führen.
  2. Freundlich und zugewandt sein.
  3. Einfache und kurze Sätze verwenden.
  4. Langsam und deutlich sprechen.
  5. Mimik und Gestik einsetzen.
  6. Zeit zum antworten geben.
  7. Körpersprache beachten.
  8. Gefühle wahrnehmen.
  9. Aufmerksam zuhören.
  10. Nur eine Sache auf einmal fragen bzw. sagen.
  11. Keine W-Fragen stellen.
  12. „Fehler“ ignorieren.
  13. Erfolge anerkennen.
Bessere Verständigung mit dementen Menschen
Tipps zur besseren Verständigung mit Menschen mit Demenz
©Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V.

Wer rastet, der rostet

Wurde die Diagnose Demenz gestellt, heißt es: trainieren! Fähigkeiten, die erhalten geblieben sind können ganz gezielt trainiert werden. Musikstücke aus der Jugend regen die Erinnerungen an, Bilder rufen schöne Momente zurück ins Gedächtnis und Sinnes- und Wahrnehmungsübungen stärken die kognitiven Fähigkeiten. Basierend auf den Interessen, Fähigkeiten und auch der Lebensgeschichte der dementen Person kann ein individuelles Programm gestaltet werden. Ein solches Gedächtnistraining soll ohne Druck durchgeführt werden und viele Erfolgserlebnisse auslösen. Freude und Spaß stehen im Vordergrund, während nebenbei die kognitiven und motorischen Fähigkeiten gestärkt werden.

Trainieren und fit im Kopf bleiben

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Aktivierungsarbeit durchzuführen. Manche Menschen bevorzugen es, in Gesellschaft zu sein. Für diese bietet sich Gruppenarbeit an. Für demente Personen, die lieber in den eigenen vier Wänden bleiben, und es bevorzugen von bekannten Gesichtern umgeben zu sein, ist das Einzeltraining passender. Hier bietet sich die Nutzung technischer Hilfsmittel an. Beispielsweise smarte Geräte mit Inhalten, die die kognitiven Fähigkeiten stärken. Das können Worträtsel oder Rechenaufgaben, Bilder- und Geräuschrätsel oder auch Geschicklichkeitsspiele sein. Videos mit Bewegungsanleitungen können dazu motivieren regelmäßig Gymnastikübungen durchzuführen und damit die Beweglichkeit der Gelenke zu erhalten. Tablets mit diesen Inhalten eignen sich besonders gut, da diese leicht zu transportieren sind und damit jederzeit genutzt werden können. Ganz nach den Bedürfnissen und Interessen der dementen Person.

Fotos teilen heißt Leben teilen

Angehörige und Bekannte sind häufig erstmal ratlos, wenn es darum geht wie sie mit einer dementen Person umgehen sollen. Wie soll ein Gespräch angefangen werden, wenn der Opa seine Enkel für fremde Kinder hält? Worüber könnte sich die Tochter mit ihrer dementen Mutter unterhalten? 

Wenn es schwierig wird Unterhaltungen mit einer dementen Person zu führen, sind Fotos eine tolle Lösung. Schöne Bilder wecken häufig das Interesse älterer Menschen und stellen einen Anknüpfungspunkt dar. Fotos teilen heißt Leben teilen. Die Bilder können gemeinsame Urlaube oder auch das alte Auto der Eltern zeigen. Mit diesen Bildern können vielleicht Erinnerungen geweckt werden. Auch aktuelle Fotos, beispielsweise aus den Bergen vom letzten Wanderausflug oder Besuch im Tierpark können als Anknüpfungspunkte dienen. Wer möchte kann das Ansehen der Fotos auch mit einer Art Traumreise verbinden oder eine Geschichte dazu erzählen. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

Gemeinsam Fotos anschauen und in Erinnerung schwelgen
©iStock-472122447.jpg

Kleine Videos von Orten an denen die Person sich gerne aufgehalten hat oder einmal lebte sind eine weitere Möglichkeit das Gedächtnis anzuregen und Gespräche zu beginnen. Dafür können vorhandene Videos aus dem Internet genutzt werden oder mit dem eigenen Handy gedrehte. Hier gibt es auch die Möglichkeit im Video zu beschreiben, was zu sehen ist oder den Film mit einer schönen Musik zu hinterlegen.

Wer zwischendurch Fotos mit seinen Liebsten teilt macht den Empfängern damit eine riesige Freude. Damit Familien ganz einfach miteinander kommunizieren können,  Fotogrüße und Videos schicken können, gibt es die altersgerechte Lösung auf dem Tablet für Senioren.

Lachen und Genießen 

Demenz verändert das Leben und führt zu vielen Veränderungen. Die menschlichen Bedürfnisse nach Zuneigung, Anerkennung und Freude bleiben natürlich weiterhin bestehen. Gemeinsames lachen, genießen und Erfolge feiern ist für demente Personen genauso wichtig, wie für alle anderen. Kleine Gedächtnisstützen und Hilfestellungen führen zu mehr Abwechslung und Lebensfreude und können je nach Bedürfnis genutzt und eingesetzt werden. Das können buten Notizzettel mit Beschriftungen oder technische Hilfsgeräte sein. Demente Personen sollten kleine Dinge selbstständig erledigen dürfen, beispielsweise Gemüse schälen oder sich ankleiden. Vielleicht passt nicht alles perfekt zusammen und dauert etwas länger, das ist aber okay und muss mit eingeplant werden. Und über kleine Patzer kann man einfach gemeinsam lachen.

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