Media4Care Allgemeines Nierensteine - warum man viel trinken sollte

Nierensteine – warum man viel trinken sollte

Nierensteine

Bestimmt haben Sie es auch schon mal gehört: besonders ältere Menschen sollten viel trinken. In diesem Zusammenhang fällt auch oft das Wort Nierenstein. Was es damit auf sich hat und was dabei wichtig ist, erklären wir Ihnen hier!

Was sind Nierensteine eigentlich?
Nierensteine zählen zur Kategorie der Harnsteine. Das heißt, sie entstehen, wenn Teile des Harns sich auskristallisieren. Weitere Arten von Harnsteinen sind beispielsweise Blasensteine oder Harnleitersteine. Nierensteine befinden sich, wie der Name schon sagt, in der Niere.
Nierensteine können ganz unterschiedlich groß sein, von der Größe eines Reiskorns bis zu ein paar Zentimetern ist alles möglich. Harn- und Nierensteine können unentdeckt bleiben, da sie nicht unbedingt Probleme verursachen.
Schon ab einer Größe von 5mm kann es aber sein, dass sich der Nierenstein nicht mehr auflöst, es kann zu einem Harnstau kommen, wobei sich Bakterien sehr schnell vermehren und möglicherweise zu Entzündungen führe. Übelkeit, Erbrechen und Schmerzen sind die Folge. Eine Behandlung ist dann unbedingt nötig.

Wie erkenne ich, ob ich Nierensteine habe?
Nierensteine sind allgemein sehr weit verbreitet. Rund 5% der Erwachsenen in Deutschland müssen damit rechnen einmal im Leben Nierensteine zu haben. Wie schon beschrieben, müssen diese aber nicht zwingend zu Problemen führen.
Ein leichtes Ziehen in der Nierengegend, Harninfektionen oder auch Blut im Urin können Hinweise auf Nierensteine sein. Richtig schlimm wird es, wenn die Nierensteine etwas größer sind und dadurch eine Harnstauung verursachen. Das kann dann wiederum eine Nierenkolik verursachen, die mit großen Schmerzen einhergeht.

Symptome einer Nierenkolik können sein:

  • stechende oder krampfartige Schmerzen in der Nierengegend, die unter Umständen bis in den Rücken oder den unteren Bauch ziehen
  • Schmerzen beim Wasserlassen, Harndrang und Blut im Urin

→ Die Schmerzen können sich verlagern, da die Nierensteine im Körper wandern können

  • Übelkeit und Erbrechen

Achtung: wurde ein Steinleiden bereits festgestellt und kommt eine Harninfektion und zusätzlich Fieber dazu, sollte man sich dringend sofort ins Krankenhaus begeben! Es könnte sich dann um eine lebensgefährliche Blutvergiftung handeln. 

Die Behandlung
Kleine Nierensteine gehen in der Regel spontan beim Wasserlassen ab. Dies kann durch viel Trinken und körperliche Aktivität gefördert werden. Doch wie zuvor erwähnt, können Nierensteine auch echte Probleme verursachen; hier ist ein Arzt gefragt.

Für die Behandlung ist die Art des Nierensteins ausschlaggebend. Diese stellt der Arzt fest und wendet eine der folgenden Methoden an.
Die Nierensteine können mithilfe der sogenannten extrakorporalen Stoßwellenlithotripsie (ESWL) oder mit einem endoskopischen Verfahren wie Ureterorenoskopie und Nephrolithotomie zerstört werden.

Die ESWL
Bei einer Behandlung durch ESWL werden die Steine durch die äußere Anwendung von Stoßwellen zertrümmert. So zerfallen sie in kleine Teile und können mit dem Urin ausgeschieden werden. Je nach Größe und Lage des Steines dauert dieser Vorgang bis zu einer Stunde und ist leider nicht ganz schmerzfrei.

Die Ureterorenoskopie
Bei dieser Methode werden die Steine von innen anhand einer Spiegelung des gesamten Harntrakts entfernt. Dieser Eingriff ist zwar schonender, wird allerdings unter Vollnarkose durchgeführt.

Die Nephrolithotomie
Hier werden die Nierensteine von außen durch die Haut mittels röntgen- oder ultraschallkontrollierte Punktion der betroffenen Niere behandelt. Auch dieses Vorgehen wird gewöhnlich unter Vollnarkose durchgeführt.

Wie entstehen Nierensteine?
Beobachtungen zeigen, dass das Vorkommen von Nierensteinen in den westlichen Industrienationen ansteigt. Die Ursache dafür können Übergewicht und Folgekrankheiten wie Bluthochdruck und Diabetes sein, hervorgerufen durch einen ungesunden Lebensstil.Ungesunde Ernährung und unzureichende Flüssigkeitsaufnahme sind Beispiele dafür.
Im Urin gelöste Salz kristallisieren dann und verklumpen. Laut aktuellen Studien gibt es fünf Faktoren, die in 50 % der Fälle die Ursachen für Nierensteine darstellen:

Wie kann man Nierensteinen vorbeugen?
Da Nierensteine meistens wiederholt auftreten, kann das Vorbeugen sehr wichtig sein. Ein gesunder Lebensstil ist dafür ausschlaggebend. Besonders wichtig ist die ausreichende Flüssigkeitsaufnahme (mindestens zwei bis drei Liter am Tag), Ernährung mit viel Gemüse, wenig Alkohol und Fleisch und außerdem das Halten des Normalgewichts. Außerdem ist ausreichende Bewegung ein wichtiger Punkt – 10.000 Schritte am Tag dürfen es schon sein!
Bei erblicher Veranlagung, Erkrankung der Niere und in weiteren Fällen, kann auch die Vorbeugung durch Medikamente in Frage kommen. Dafür wendet man sich am besten an den eigenen Hausarzt, hier ist für die erste Orientierung eine Zusammenfassung der Möglichkeiten zu finden.

Das Thema Trinken
Das Thema Trinken und Flüssigkeitszufuhr ist besonders im Alter so wichtig, da viele Senioren ohnehin einen Flüssigkeitsmangel aufweisen. Das passiert, weil der Wassergehalt im Körper durch Abbau des Muskelgewebes sinkt. Zudem verringert sich das Durstempfinden durch alternde Sinneszellen. 
Zunehmende Hilfsbedürftigkeit sowie die Angst vor nächtlichen Toilettengängen oder Inkontinenz können als Trinkhemmnisse wirken.
Die durch Flüssigkeitsmangel entstehende Dehydration kann sowohl zu trockenen Schleimhäuten und erhöhter Infektionsanfälligkeit als auch – im schlimmsten Fall – zu Thrombosen und Kreislauf- oder Nierenversagen führen. Trinken ist also in jedem Fall wichtig!
Um die Flüssigkeitsaufnahme zu fördern können ein paar Tricks und Tipps helfen. Beispielsweise die Trinkmenge für den Tag schon morgens bereitzustellen und stets in Sichtweite zu platzieren. Helfen kann auch “Trinkrituale” einzuführen, beispielsweise direkt nach dem Aufstehen ein Glas Wasser zu trinken oder zum Nachmittagskaffee. In Pflegeeinrichtungen sind Getränkeautomaten oder sonstige Möglichkeiten zur Selbstbedienung hilfreich.

Teilen:

Was Sie auch interessieren könnte

Media4Care hat 4,61 von 5 Sternen von 67 Bewertungen vom Verband Pflegehilfe | Media4Care: Mehr Lebensfreude für Senioren